Die Haeses in England

Reif für die Insel? Drei Jahre haben wir Zeit, das herauszufinden.
 

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Linksfaaahhhn

Das Linksfahren klappt - nach kurzer Eingewöhnungszeit - eigentlich recht gut. Am Besten stürzt man sich tagsüber ins Verkehrsgetümmel und reiht sich hinter den anderen englischen Verkehrsteilnehmern ein. Man sollte allerdings einen Blick entwickeln, um "original" englische Autofahrer von potenziell "unoriginalen" - also Touristen in Mietwagen - zu unterscheiden. Die letzteren sind nicht immer eine große Hilfe, wenn es um die kniffligen Situationen im Strassenverkehr geht. Interessante Aspekte sind dabei der traditionelle englische Kreisverkehr (idealerweise IM Uhrzeigersinn befahren und auf die Strassenmarkierung und das vorausgehende RichtungsSCHILD achten!), die klassische recht-vor-links Situation (gibt es in England gar nicht, hier verständigt man sich noch untereinander oder wird durch SCHILDer reguliert) und die Tempolimits (bei vorhandener Strassenbeleuchtung (!) 30, ansonsten 60 oder 70 bzw. nach BeSCHILDerung). Das sind natürlich jeweils Meilen/Stunde, also ähnlich wie in Deutschland. 70 Meilen/Stunde ist auch das absolute Maximum hier, was längere Fahrten auf der Autobahn etwas langweilig macht. Das umfangreiche Angebot an verwinkelten und engen Landstrassen bringt aber dafür selbst im kleinsten Auto noch jede Menge Spaß. Schwierig ist das Linksfahren eigentlich nur dann, wenn man ganz alleine und/oder bei Nacht und Nebel bzw. Regen auf der Strasse unterwegs ist. Da muss man bei Gegenverkehr (vor allem bei Kurven) dem Drang widerstehen, nach rechts auf die Fahrspur zu ziehen und bei Abbiegevorgängen immer schön die Regel befolgen "rechts rum - große Kurve", "links rum - kleine Kurve". Kritischer ist schon das Einsteigen. Man springt frischfrommfröhlichfrei mit der Familie an seiner Seite und dem Schlüssel in der Hand an das Auto ran. Man macht die Karre auf, setzt sich rein und wundert sich, wer einem das Lenkrad geklaut hat. Wenn es dumm läuft hat man den Schlüssel auch schon in das Handschuhfach oder die Beifahrerairbagabdeckung gehämmert. Von hinten lacht es mich schon an und die Familie weist mich freundlichst darauf hin, dass ich - mal wieder - auf der falschen Seite eingestiegen bin. Als ob ich das nicht schon selbst gemerkt hätte. Selbst nach drei Monaten in England müssen einen die Kollegen oder Nachbarn für etwas verrückt halten, weil man sich immer mal wieder die Beifahrerseite genauer anschaut, bevor man einsteigt... Am kritischsten ist der Linksverkehr aber für den gemeinen Rechtsverkehr-gewohnten Fussgänger. Man schaut immer (auch nach drei Monaten) zuerst in die falsche Richtung und muss höllisch aufpassen, dass man nicht von einem der zuvorkommenden, freundlichen und gelassenen englischen Fahrzeugführern überrollt wird...

14.4.14 22:34

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